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28.09.2004

Ausbau Heerstraße verschoben

Verkehr in Praunheim und die Adlerwiese beschäftigen heute Abend den Ortsbeirat

Von Sören Rabe

Praunheim. Der Magistrat hält ein «zusätzliches Bürgergespräch für verzichtbar». Mit dieser lakonischen Antwort setzt sich die Verwaltung in einer Stellungnahme über die vom Ortsbeirat 7 (Praunheim, Rödelheim,Hausen, Westhausen, Industriehof) und Anwohnern gewünschten Klärung von offenen Fragen über die Grundsanierung und den Ausbau der Heerstraße in Praunheim hinweg. Argumentiert wird mit den abgeschlossenen und vom Stadtparlament beschlossenen Planungen.

Dabei scheint nach den aktuellen Entwicklungen keine Eile geboten. Denn der Zeitplan ist ohnehin nicht mehr einzuhalten. Otto Brandau, stellvertretender Leiter des Straßenbauamtes: «Zurzeit ist die Grundsanierung auf unbestimmte Zeit verschoben.»

Ursachen dafür gibt es verschiedene. Zum einen die immer noch ungeklärten Eigentumsfragen der für den Ausbau benötigten Flächen. Die Grundstückseigentümer erhielten von der Stadt im November 2002 Kaufangebote. «Trotz mehrfacher Erinnerung und der Übersendung einer Besitzeinweisungserklärung erfolgte keine nennenswerte Reaktion, so der Magistrat. «Deshalb wurde zwischenzeitlich die Prüfung der Enteignungsvoraussetzung eingeleitet.» Und das kann dauern.

Zum anderen ist fraglich, ob für die geplante Sanierung Landesmittel fließen werden. «Es ist eine zuwendungsfähige Maßnahme», sagt Brandau. Doch das Problem liegt an den Massen an Bauprojekten der Stadt: Waldstadion, Schaumainkai oder Leuna-Brücke. Da muss die Heerstraße zurückstehen. Zurzeit werde geprüft, ob die Sanierung der viel befahrenen Durchgangsstraße auch komplett aus Eigenmitteln zu finanzieren ist. Eine entsprechende Vorlage liegt den Fachgremien bereits vor.

Die Vermutung des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat 7, Hans-Jürgen Sasse, dass die vor kurzem durchgeführten Ausbesserungsarbeiten an der Straße höherwertig ausgeführt wurden, weil die Grundsanierung noch auf sich warten lässt, bestätigte Brandau. Doch damit will sich die SPD nicht zufrieden geben. «Wir wollen die Grundsanierung in absehbarer Zeit. Man hat sich lange davor gedrückt», sagt Sasse. Auch das noch schwebende Verfahren mit den Grundstückeigentümern ärgert Sasse. «Ich dachte, das wäre schon abgeschlossen. Die SPD-Fraktion hat zur Sitzung des Ortsbeirates heute Abend (19.30 Uhr in der Cyriakusgemeinde, Alexanderstraße 37) einen Antrag vorgelegt, der sich mit den offenen Fragen beschäftigt.

Ähnlich sieht es sein CDU-Kollege, Oliver Kroneisen. Vor allem die Absage des Bürgergesprächs ist für ihn unverständlich. «Wir können den Magistrat zwar nicht dazu zwingen. Aber wir werden versuchen, über unsere Stadtverordneten einen Gesinnungswandel herbeizuführen», kündigt Kroneisen an. Über die Bürger hinweg zu entscheiden, sei nicht der richtige Weg. In einer Tischvorlage zur Sitzung nennt die CDU die Stellungnahmen «ein Possenstück».

Ebenfalls Thema der Sitzung wird die Adlerweise sein. Denn Holger Alt, Leiter des Bezirks Nord beim Grünflächenamt, hat zwei Änderungen für die beliebte Freizeitanlage an der Nidda mitzuteilen. Der Basketballplatz wird endgültig am bisherigen Standort abgebaut. «Wir hatten nur eine zeitlich begrenzte Genehmigung dafür», sagt Alt, da der Standort im Landschaftsschutzgebiet I liegt. Doch verzichten müssen die Jugendlichen nicht auf ihr sportliches Treiben. Die Basketballanlage wird am Gelände der SG Praunheim wieder aufgebaut, die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet II. Und dann gibt es demnächst noch eine neue Rundbank für die Adlerwiese. Der Siedlerverein hatte den schlechten Zustand der Bank moniert. Der Verein bot auch gleich seine Hilfe an, was Alt dankbar annahm. Die Siedler entfernten selbst das marode Stück, das Grünflächenamt musste nicht extra Mitarbeiter herausschicken. «In den kommenden Wochen wird von uns eine neue Rundbank aufgebaut», verspricht Alt.




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