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26.06.2012

Kioskbetreiberin nach Überfall in Angst

Nach zweitem Raub in den vergangenen zehn Monaten befürchten Inhaber weitere Angriffe. Zwei Wochen nach dem gewalttätigen Überfall auf einen Kiosk in Praunheim versucht die Ehefrau des lebensgefährlich verletzten Betreibers zur Normalität zurückzukehren. Während ihr Mann auf dem Weg der Besserung ist, sitzt der Schock noch tief.

Resham Bhusal (39) weint, als sie von dem brutalen Überfall auf den von ihr und ihrem Ehepartner geführten Kiosk berichtet. "Mein Mann ist fast getötet worden", sagt sie. Die zierliche Frau schaut verschüchtert hinter der Kasse ihres Ladens hervor, während sie von dem Raub erzählt. Statt routiniert ihren alltäglichen Geschäften nachgehen zu können, ist sie sichtlich schockiert, beinahe traumatisiert. Ihre Stimme beginnt immer wieder zu zittern, während sie sagt: "Ich habe große Angst und fühle mich hilflos und allein gelassen." Außerdem fordert sie mehr Sicherheit für sich und ihre vier Kinder. "Ich bin hier jetzt täglich bis in den späten Abend hinein allein", schluchzt sie. "Was ist, wenn wieder etwas passiert? Wie soll die Polizei dann schnell helfen?", fragt die 39-Jährige verzweifelt. Es sei in den vergangenen zehn Monaten schon der zweite Überfall auf ihr Geschäft gewesen, nun befürchtet sie weitere Angriffe auf den Laden und ihre Gesundheit. "Ich wünschte, die beiden Täter würden nie mehr aus dem Gefängnis frei kommen", sagt Bhusal.

Mit Schusswaffe bedroht

Ihr Ehemann war noch nicht im Kiosk anzutreffen. Der 49-Jährige kuriert zurzeit seine lebensbedrohlichen Verletzungen aus. In der Auseinandersetzung mit den Räubern hatten diese ihn zunächst mit einer Schusswaffe bedroht und ihm dann mehrere Messerstiche zugefügt. Nur seine lauten Hilferufe und das mutige Einschreiten eines Nachbarn hatten ihn gerettet. Der langjährige Kioskbesitzer befindet sich nun auf dem Weg der Besserung und hofft, bald wieder im Kiosk arbeiten zu können. Bis dahin muss seine Frau das Geschäft weiterführen. "Hier hat es ausgesehen, als sei eine Bombe eingeschlagen", beschreibt diese den Zustand des Ladens nach dem Überfall. "Jetzt ist wieder alles an seinem Platz", sagt sie und lächelt tapfer.

Am Sonntag vor zwei Wochen hatten zwei bewaffnete Männer den kleinen Kiosk an der Ludwig-Landmann-Straße betreten. Sie hatten Bhusal bedroht, indem sie ihm eine Pistole an die Stirn hielten und ihn hinter seinen Tresen gedrängt. Laut Polizeiangaben wollten die Täter die Tageseinnahmen erbeuten, um sich Drogen zu beschaffen. Doch der Ladeninhaber hatte sich zur Wehr gesetzt und laut um Hilfe gerufen.

Nachbar überwältigt Täter

Die Räuber waren wegen der Gegenwehr offenbar erschrocken und hatten mehrfach zugestochen. Durch den Kampflärm war ein Nachbar aufmerksam geworden und in das Kiosk gekommen. Mit seiner Hilfe war einer der Räuber, ein 35-jähriger Mann, noch am Tatort festgehalten und der Polizei übergeben worden.

Sein 36-jähriger Komplize war zunächst geflohen, konnte aber auch mit Hilfe eines Hubschraubereinsatzes von der Polizei festgenommen werden. Beide Männer waren zunächst in Untersuchungshaft gekommen. Wie mit ihnen weiter verfahren wird, ist noch unklar. Wegen Gefahr in Verzug könnten sie theoretisch bis zum Beginn ihres Prozesse in U-Haft bleiben.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 25. Juni 2012.

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