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22.08.2014

Das Haus des Anstoßes

Sein modernes Haus spalte den alten Ortskern von Praunheim. Diese immer wieder aufkommende Kritik von Kirchengemeinde und Bürgerverein lässt Eigentümer Ulrich Trabert nicht auf sich sitzen. Er fordert stattdessen mehr Gespräche und ein respektvolleres Miteinander im alten Ortskern.

„Ist das nicht ein toller Blick?“, fragt Ulrich Trabert, während er über die um das zweite Obergeschoss laufende Terrasse geht. Er zeigt erst gen Nidda-Altarm und dann in die entgegengesetzte Richtung. Dorthin, wo der Kirchturm der Auferstehungsgemeinde die Baumkronen überragt. An ihn schließen sich das verklinkerte Kirchenschiff und im 90-Grad-Winkel die im gleichen Stil gebaute Zehntscheune mit ihrem modernen Anbau an. Ein paar Meter weiter steht das neue Gemeindehaus – ebenfalls mit Klinkerfassade. Und zugleich der Anstoß, einen längst vergessenen geglaubten Streit wieder aufleben zu lassen.

Dass beim Haus von Ulrich Trabert bewusst auf Klinkerfassade und historisches Satteldach verzichtet wurde, führt bei Kirchengemeinde und Bürgerverein immer wieder zu Kritik. Das Gebäude würde nicht nur den Ortskern zerstören, sondern auch das Ensemble aus Zehntscheune, Kirche und Gemeindehaus spalten (wir berichteten). Für Trabert eine völlig überflüssige Diskussion: „Alte und neue Gebäude nebeneinander schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – es sind sogar Synergieeffekte möglich“, ist sich der 47-Jährige sicher.

Bürgerverein interessiert

720 Quadratmeter groß ist sein Grundstück, jeweils 145 Quadratmeter Wohnfläche haben die Hälften des Doppelhauses an der Graebestraße. Verkauft wurde das Grundstück von der Eigentümerin des Nachbarhauses. Ebenfalls daran interessiert sei der Bürgerverein Praunheim gewesen, erzählt Trabert ohne diese Tatsache weiter zu kommentieren. Umso glücklicher war er, dass er letztlich den Zuschlag für „dieses Kleinod“ bekam. Was er für Grundstück und Hausbau bezahlt hat, will er „lieber nicht sagen“. Das spiele in diesem Zusammenhang keine Rolle.

„Von außen sind beide Häuser identisch, nur im Inneren unterscheiden sie sich“, sagt Trabert. Charakteristisch für die Gebäude sei das offene, luftige Wohnzimmer im Erdgeschoss, das vom gläsernen Flachdach mit Holzstreben abgeschlossen wird. Die Pläne stammen vom Frankfurter Architekten Jürgen Scharnberger, der unter anderem das 2011 fertiggestellte Gebäudeensemble an der Ecke Holzhausenstraße / Hansaallee entwarf.

„Es war ein Glücksfall, dass das Architekturbüro Scharnberger 2007 unseren Entwurf gestaltet hat. Wahrscheinlich fand er die Thematik spannend, ein neues Gebäude in einen alten Ortskern zu bauen“, sagt Trabert, der am liebsten „ein Holzhaus im Scheunenstil“ auf das freie Grundstück gesetzt hätte. Das sei allerdings nicht möglich gewesen und auch sonst seien die Planungen nicht reibungslos verlaufen. Immer wieder mussten die Pläne mit dem Denkmal- und dem Stadtplanungsamt sowie der Bauaufsicht abgestimmt und angepasst werden.

Auch wenn es sich in Alt-Praunheim um ein Wohnmischgebiet handelt, so gilt dort trotzdem eine Erhaltungssatzung, die nicht alles zulässt. Trotzdem konnte die Grundidee der Architekten umgesetzt werden: Ein moderndes Gebäude mit viel Glas, Holz und einem Flachdach, das nicht den Ortskern zerstören, sondern den Charakter der alten Gebäude unterstreichen und verstärken soll.

Zwei Jahre Bauzeit

Gebaut haben Trabert und sein Nachbar das Gebäude schließlich alleine – zwei Jahre lang. Verzögerungen gab es durch die römischen Funde, mit denen die Bauherren allerdings gerechnet hatten. „Wir wussten, dass hier die Römer gesiedelt haben, also muss man auch davon ausgehen, auf etwas zu stoßen“, sagt Trabert. Ganz zu schweigen von den Auflagen, die mit dem Bau erfüllt werden mussten.

„Obwohl wir auf viele Details geachtet haben, wurde uns von Anfang an Kritik entgegengebracht. Das ist leider bis heute so. Wobei viele Passanten unser Haus loben“, sagt Trabert und fügt hinzu, dass man sich über Geschmack ohnehin streiten könne. Das zeige auch das gerade fertiggestellte Gemeindehaus. „Das gefällt auch nicht allen hier – genauso wie unser Haus. Man kann es eben nicht allen recht machen“, wünscht er sich statt „Kleinkriegen“ mehr offene Worte und ein respektvolleres Miteinander. Er ist sich sicher, dass „wenn mehr miteinander gesprochen wird“, viele Probleme leichter aus der Welt geschafft werden könnten.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 22.08.2014. Von Judith Dietermann

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