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30.10.2004

So spannend ist eine Feuerwache

Privater Förderverein in Praunheim betreut Grundschüler auch in den Ferien

Praunheim. Hoch hinauf und schnell hinunter: Die zehn Schüler der Ebelfeldschule, die in Begleitung ihrer Betreuerinnen Elfrun Sieh und Gudrun Nanz die Feuerwache am Marbachweg besichtigen, können es kaum abwarten, vom ersten Stock der Wache an den Rutschstangen hinab ins Erdgeschoss zu sausen. Feuerwehrmann Mathias Schmidt, der die Teilnehmer des vom Kicherstübchen – einer vom Elternverein der Ebelfeldschule getragenen Betreuungseinrichtung – angebotenen Ferienprogrammes durch das im September vergangenen Jahres bezogene Brandschutzzentrum führt, muss die Kinder enttäuschen: Zuschauen ist erlaubt, Rutschen verboten.

Der Ausflug in die Feuerwache beschließt das einwöchige Ferienprogramm des Kicherstübchens. Vor zehn Jahren als private Initiative gegründet, bietet die Einrichtung während der Schulzeit Früh- und Nachmittagsbetreuung für die Praunheimer Grundschule an. Während die morgendliche Betreuung von 7.30 bis 8.45 Uhr allen Schülern unentgeltlich offen steht, ist für die nachmittägliche Behütung von 11.30 bis 14 Uhr eine Anmeldung erforderlich, für eine monatliche Gebühr von 25 Euro.

Hintergrund der Elterninitiative sei der Mangel an Hortplätzen im Stadtteil gewesen, erklärt Elfrun Sieh. «Unter dieser Versorgungslücke hatten besonders berufstätige Mütter zu leiden.» Im Raum der Einrichtung, der in den Sommerferien von den Eltern renoviert wurde, basteln, lesen und spielen die Kinder oder erledigen ihre Hausaufgaben. 28 Schüler sind derzeit im Kicherstübchen angemeldet. Seit einigen Jahren bieten die vier Mitarbeiterinnen auch in den Oster- und Herbstferien jeweils eine Woche lang von 8 bis 14 Uhr ein Betreuungsprogramm für die Kinder der Ebelfeldschule an. Die Nachfrage sei groß, sagt Gudrun Nanz, zweite Vorsitzende des Elternvereines.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen hat sie einen Ferienplan ausgearbeitet, der die Grundschüler in Atem hält. Neben einem Besuch der Deutschen Bundesbank und des Stadtwaldhauses stand ein Vormittag in der Schirn und ein Ausflug zu Schuch’s Restaurant, wo die Kinder beim Apfelsaft Pressen zusehen durften, auf dem Programm. Höhepunkt der Woche ist freilich die Fahrt im Korb des Feuerwehr-Leiterwagens. Aus luftigen Gefilden blicken die Sechs- bis Achtjährigen auf ihre am Boden zurückgebliebenen Freunde hinab, denen die Fahrt nicht hoch genug gehen kann. Mathias Schmidt indes will die Belastbarkeit der jungen Passagiere nicht auf die Probe stellen. Erst als die Kinder ausgestiegen sind, führt er vor, wie weit der Arm der Leiter in den Himmel reicht.

Während Ann-Christin (6) und Caya (6) auf eines der Feuerwehrmotorräder klettern, interessiert sich David vor allem für die Autokarosserien, die in der Ausbildungshalle stehen. Rund 20 Schrottautos finden sich im Besitz der Feuerwehr. Anhand der Modelle lernen die Einsatzkräfte, wie sie nach Unfällen eingeklemmte Fahrer am besten aus dem Blech schneiden. «Das ist ein richtiger Schrottplatz», findet der Sechsjährige. Alt, aber durchaus nicht schrottreif, sind einige der insgesamt 350 Feuerwehrwagen. Sie hielten meist rund 20 Jahre, sagt Schmidt. «Angesichts der hohen Anschaffungskosten, ist das auch wichtig.» 700 000 Euro etwa kostet der Leiterwagen.

FNP v. 30.10.04




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