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02.11.2004

Das Bachbett dem der Bach fehlt

Stadt stellt am Donnerstag naturnahe Umgestaltung in der Fritz-Lennig-Anlage vor

Praunheim. Der Steinbach zwischen der Altenwohnanlage in Praunheim und der Mündung in die Nidda in der Nähe der Fritz-Lennig-Anlage ist auf einer Länge von rund 700 Metern wieder freigelegt. Die Kosten für den naturnahen Ausbau des Steinbachs in Höhe von 620 000 Euro finanziert das Umweltamt aus der «naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe» der Stadt. Doch einen Schönheitsfehler haben die Arbeiten: es fließt kein Wasser.

Anwohner hatten von Beginn die Maßnahme, die in zwei Bauabschnitten umgesetzt wurde, kritisiert, weil der Steinbach nur in wenigen Wochen des Jahres überhaupt Wasser führe. Für die Verantwortlichen allerdings kein Grund, an dem Projekt zu zweifeln. Die Stadtentwässerung verteidigte die naturnahe Umgestaltung mit «ökologischen und ästhetischen» Aspekten, wie es Holger Krier, zuständig für Bau und Planung, bereits Anfang des Jahres gegenüber der FNP formulierte. Denn der bisherige Verlauf des Steinbachs in Rohren hätte nichts mehr mit der Natur zu tun. Auch ohne Wasser würde sich das Projekt positiv auf Flora und Fauna auswirken.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar begrüßt die Fertigstellung des renaturierten Stückes in einer Pressemitteilung. Dabei hebt Caspar hervor, dass jetzt eine Art «duales System» mit oberirdischem Verlauf und der Beibehaltung der unterirdischen Verrohrung dafür sorge, «Überschwemmungen» zu vermeiden. Auch für Kinder habe der Umbau einen positiven Effekt, die somit wieder vermehrt mit der Natur in Kontakt kämen, findet der Landtagsabgeordnete.

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Steinbach in den Untergrund verlegt. Damals ließen viele Haushalte in Steinbach noch ihre Abwässer in den gleichnamigen Bach laufen und verwandelten diesen in ein stinkendes Rinnsaal. Heute fließt hier nur noch Regenwasser.

Die Pläne für die Umgestaltung gibt es schon lange. Bereits 1991 hatte die Obere Wasserbehörde die Planfeststellung vorgelegt. Doch Schwierigkeiten beim Grunderwerb von Teilflächen verzögerten die Maßnahme. Im Gebiet zwischen Altenwohnanlage und Mündung in den Nidda-Altarm war das Bachbett nicht mehr vorhanden, der ursprüngliche Lebensraum für Flora und Fauna verloren gegangen. Der Niedrig- und Mittelwasserabfluss des Steinbaches, so er denn vorhanden ist, wird offen durch die Grünanlage in den Nidda-Altarm fließen. Der Hochwasserabfluss strömt weiterhin durch die vorhandenen Rohre zur Nidda.

Die Stadt erhofft sich durch die Offenlegung des Baches nicht nur die Wiederherstellung des ursprünglichen Gewässerbiotops, sondern außerdem, dass der Erholungswert der Fritz-Lennig gesteigert wird.

Am Donnerstag, 4. November, um 12 Uhr wird Baudezernent Franz Zimmermann (FDP) den neugestalteten Steinbach der Öffentlichkeit präsentieren. Gelegenheit für die Bürger, sich ein eigenes Urteil über die Arbeiten zu bilden. (sö)




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