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27.01.2005

Dornen gegen die Abkürzung zu McDonalds

Dornige Grünabfälle und Nato-Draht sollen den direkten Fußweg über die Bahngleise zum McDonalds verhindern.

Wer sich heute durch die Büsche entlang der Bahntrasse und der Kleingärten schlägt, um sich dort den kürzesten Weg zu dem Fast-Food-Restaurant zu suchen, riskiert nach Ansicht von Werner Kexel "zerrissene Hosen". Aufgeschreckt durch die tödlichen Unfälle von zwei Mädchen, die Anfang des Jahres beim Queren der Schienen am Bahnhof Sportfeld von einem ICE erfasst wurden, hatte der Leiter der Liebigschule im Frühjahr Alarm geschlagen (wir berichteten). Der Grund: Vor allem Mittel- und Oberstufenschüler, die noch keinen Führerschein haben, zog es in Freistunden zu McDonalds.

Dafür legten die Gymnasiasten den gut 500 Meter langen Weg durch die Kleingartenanlage zurück, überquerten verbotenerweise die Gleise, um auf der zugänglichen Rückseite des Metro-Großmarktes herauszukommen, von wo aus es nicht mehr weit bis zum Schnellrestaurant ist. Ausflüge, in denen der Schulleiter eine tödliche Gefahr sieht, da an dieser Stelle die Züge mit 120 Stundenkilometer vorbeirasen würden. Zudem ist aus Richtung Rödelheimer Bahnhof die Strecke wegen einer Kurve nur schlecht einsehbar.

Um Abhilfe zu schaffen, trommelte Werner Kexel Vertreter der Deutschen Bahn AG, des Bundesgrenzschutzes (BGS), des Grünflächenamtes sowie von McDonalds und Metro zu Ortsterminen zusammen. Tatsächlich einigten sich die Beteiligten auf einige Sicherheitsvorkehrungen. Um die entstandenen Trampelpfade unpassierbar zu machen, errichteten Grünflächenamt, Bahn und Metro auf beiden Seiten der Schienen aus dornigem Grünschnitt und Nato-Draht ein vermeintlich undurchdringliches Dickicht. Die DB stellte zudem Verbotsschilder auf.



BGS-Streifen

Der BGS nahm diesen Streckenabschnitt bei seinen Streifen in den "Regeldienst" auf und kontrollierte diesen eine Zeit lang verstärkt, berichtet Peter Ebert, Bürgerkontaktbeamter bei der BGS-Inspektion Frankfurt. Zudem hielt seine Behörde während der Projektwoche des Gymnasiums Vorträge, die anhand "sehr drastischer Fotos den Kindern und Jugendlichen die Gefährdung beim Queren der Gleise veranschaulichten", erläutert Werner Kexel. Außerdem gab es diverse Elterninformationen.

"Die Resonanz war bei den Schülern überwiegend positiv. Der Weg war dann nicht mehr so verlockend", resümiert der Schulleiter, der trotzdem regelmäßig über das Thema aufklären will und die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen lobend erwähnt.

Aber offenbar ist nicht alles im Lot. Von einfallsreichem "Erfindertum" erzählt Metro-Geschäftsleiter Bernd Bartlitz. So würden einige Zeitgenossen sich neue Wege durch die Hecken suchen und sogar an einigen Stellen die Drähte durchschneiden, die der Großmarkt dann wieder reparieren lasse: "Das ist eine unendliche Geschichte". Jedoch lehne es Metro ab, den hinteren Teil seines Areals einzäunen zu lassen, um ein Durchkommen zu verhindern. "Wir wollen uns nicht einzäunen. Das ist auch ein Kostenfaktor", sagt der Geschäftsleiter. Das erwartet er vielmehr von der DB, die auf der Nord-Ost-Seite einen Zaun errichten müsste. Das sei aber nach Meinung der Bahn angesichts tausender Kilometer Gleis in ganz Deutschland nicht möglich, so Bahn-Sprecherin Cornelia Rauchenberger.

Von Sonja Thelen

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