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11.03.2005

Westhausen: Stadt schleift drei Spielplätze

Aus Sicht der Pessimisten wird in der Siedlung Westhausen bald die Hälfte der städtischen Spielplätze eingestampft.

Andere Anwohner gewinnen dem anstehenden Sanierungsprogramm durchaus Positives ab. Marode Spielgeräte werden, pünktlich zum 75. Jubiläum der Siedlung, bis Mitte des Jahres abgebaut, neue Klettertürme aufgestellt und Sicherheitsnormen der EU umgesetzt.

Doch Streichungen sind unausweichlich, wie der Leiter des Bezirks Nord vom Grünflächenamt, Holger Alt, betont. «Heute haben wir drei Grünstreifen mit jeweils zwei Spielplätzchen», beschreibt Alt den Status quo. «Sechs Spielplätze auf so kleinem Raum, das ist luxuriös.» Mindestens drei Anlagen müssen aus Kostengründen geschlossen werden, «weil uns die Reparaturausgaben auffressen». Die Spielplätze sollen zudem nicht zur Gänze verschwinden, «wir wollen sie nur schlafen legen». So könnten einige Sandkästen vorübergehend zu Blumenbeeten umgestaltet werden.
br> Auf einen Kompromissvorschlag einigten sich Vertreter der Stadt und des Ortsbeirats während einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend: Drei Plätze werden stillgelegt, bis zum Sommer soll eine erste neue Spielstätte auf dem Mittelstreifen fertig gestellt sein. Im kommenden Jahr werden, je nach Finanzlage, ein bis zwei weitere folgen. Für den Umbau stehen in diesem Jahr 30 000 Euro, die die Behörde aus der laufenden Planung abgezweigt hat, zur Verfügung.

Vor Euphorie angesichts des Geldbetrages warnt Andrea Schmitt-Ekhoff vom Grünflächenamt: «Viele Holzgeräte haben nach zehn Jahren ihre Lebensdauer überschritten.» Auch deren Abbau müsse von dem Geld bezahlt werden. Zunächst sei eine Gerätegruppe geplant, bestehend aus fünf Türmen, verbunden mit Seilen und Netzen zum Klettern, mit verschiedenartigen Auf- und Abgängen, einer Rutsche und viel Sand drum herum.

Hoffnung auf eine kleine Finanzspritze machen indes zwei der drei Trägergesellschaften der Siedlung. Schließlich wird das Wohnumfeld aufgewertet. «Wir würden auf jeden Fall etwas zuschießen. Nur über Art und Umfang müsste man sich noch unterhalten», sagt eine Sprecherin des Immobilienunternehmens Viterra. «Es wäre schön, wenn die Stadt mit konkreten Vorstellungen, einem Konzept und einem Zeitplan auf uns zukommen würde», bestätigt ein Sprecher der Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte den guten Willen. Nur die ABG Frankfurt Holding lehnt eine Beteiligung an den Maßnahmen nach Angaben ihres Sprechers strikt ab. «Das ist Aufgabe der Stadt.»

Anwohner hätten gerne einen zentralen Spielplatz im Zentrum der denkmalgeschützten Siedlung gesehen. «Das wäre kommunikativer, weil man dort mehr Eltern träfe», erläutert der Stadtverordnete, Marcus Bocklet (Grüne), den Wunsch. Doch die Argumente von Holger Alt überzeugen: «Wir haben wegen der weit reichenden Sicherheitszonen um die Spielgeräte nicht nur zu wenig Platz für eine so große Anlage.» Auch müssten Wege für Löschfahrzeuge freigehalten, der Baumbestand berücksichtigt und die unmittelbaren Anrainer vor allzu großer Lärmbelästigung bewahrt werden.

Prinzipiell hat auch das Denkmalamt keine Bedenken wegen der Schließung von Spielplätzen. «Nur der planerische Grundgedanke aus der Ernst-May-Zeit muss erhalten bleiben.» Das gestalterische Bild der Siedlung dürfe nicht zu stark geändert werden, sagt der zuständige Mitarbeiter, Stefan Timpe. Die Siedlung Westhausen war 1929 angesichts von Wohnungsnot vom Architekten und Stadtrat Ernst May geplant und gebaut worden. Ein attraktives Wohnangebot mit integriertem Erholungsfreiraum sollte Menschen aus der Innenstadt in die Vorortsiedlungen locken. Vor diesem Hintergrund fiel der Kompromiss den geschichtsbewussten Vertretern des Ortsteils schwer. Bocklet betont: «Ein einziger anständiger Spielplatz in der Siedlung ist nicht gerade befriedigend.» (gin)




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