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18.04.2005

Bürgerinitiative will Straßenbahnlinie16 erhalten

Einwände, Zustimmung, Vorbehalte, Verbesserungsvorschläge – die Kritik am Gesamtverkehrsplan (GVP) in den Ortsbezirken 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen), 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) und 9 (Ginnheim, Eschersheim, Dornbusch) ist bekannt.

Im Nordwesten nichts Neues für die Anwesenden brachte denn auch die öffentliche Präsentation der Magistratsvorlage M 32, die in den kommenden Monaten das beherrschende kommunalpolitische Thema sein wird. Um dieser Enttäuschung entgegen zu wirken, versicherten Vertreter von Stadtplanung und Ingenieurbüros abschließend, dass die Einwände der Bürger weiter verfolgt würden und die Diskussion fortgesetzt werde.

Gesprächsbedarf gibt es vor allem bei der geplanten Ortsumfahrung Praunheim. «Schon Anfang der 80er Jahre hat die Führung der Ortsumgehung zum Streit zwischen den Ortsbeiräten 7 und 8 geführt. Inzwischen hat sich die Politik unglaubwürdig gemacht, die Planung ist für die Nordweststadt unzumutbar», meldete sich der Stadtverordnete Hans Busch (SPD) als erster zu Wort. Die Trasse für eine Umgehungsstraße von der Ludwig-Landmann-Straße zum Praunheimer Weg wurde auf Grundlage des bestehenden GVP weitgehend von Bebauung frei gehalten worden. Weil aber keine Weiterführung zur Rosa-Luxemburg-Straße geplant ist, halten viele Praunheimer die Umgehung für nicht sinnvoll. «Der Verkehr nimmt weiter zu, und die Wohnqualität in der Nordweststadt ab», sagte ein Bürger.

Für den Erhalt der Straßenbahnlinie 16 und gegen die Verlängerung der U-Bahnlinie 4 durch Ginnheim setzt sich die Bürgerinitiative «Pro 16» ein. Aus Sicht der Mitglieder spricht vieles gegen den Tunnelbau. Schon die Bauphase der geplanten Verbindung zwischen der Bockenheimer Warte und Ginnheim werde den gesamten Stadtteil stark belasten, urteilte eine Sprecherin. Die Initiative bezeichnet die Planung der U-Bahn als nicht mehr zeitgemäß, teuer und unnötig. Die Bauphase von mindestens sieben Jahren sei den Anwohner nicht zuzumuten, zudem bringe die offene Bauweise neben Lärm auch Dreck und zusätzlichen Lkw-Verkehr in den Stadtteil. Die Verlängerung der Tram koste weniger als ein Drittel der U-Bahn-Linie und der Kosten-Nutzen-Faktor sei höher.

Vor allem aber war den Ausführungen der Planer und Ingenieure nicht zu entnehmen, ob und wieso nun die Straßenbahnlinie 16 im Ringkonzept der Stadtbahn erhalten bleiben soll. «Sie wollen also die 16 erst mit dem U-Bahn-Bau kaputt machen und dann neu planen. Wo liegt denn da der Sinn?», fragte Thomas Ottes, Vorsitzender des Gewerberings und Mitglied der BI. Christian Olt schlug eine alternative Streckenführung vor, wenn es unbedingt eine U-Bahn geben müsse: «Über den neuen Uni-Campus Westend, die Platen-Housing-Siedlung und eventuell die Rosa-Luxemburg Straße wäre eine Trassenführung denkbar», erläuterte der Bauingenieur.

Doch von Alternativen wollen die Planer nichts hören: Ausgangspunkt für ihre Planungen sei der Basisfall 2015, in dem alle Maßnahmen, deren Umsetzung bis zu diesem Jahr als gesichert gilt, enthalten seien. Grundlegend seien die Beschlüsse des Stadtparlaments. Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 9 hat für die kommende Sitzung einen Antrag vorbereitet, wonach die Tramlinie 16 erhalten und auf die U-Bahn verzichtet werden soll. «Die Diskussionen zeigen, dass sie keiner haben will. Leider wird unser Vorstoß wenig Aussicht auf Erfolg haben», räumte Vorsitzender Karl Semmelbauer ein.

Den Radverkehr in den Stadtteilen wollen die Planer gleichzeitig mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) stärken. Das Stichwort heißt: push and pull. Push steht für die Förderung des ÖPNV, der immer konkurrenzfähig zum Radverkehr bleiben müsse. Hier komme es vor allem auf die Vernetzung wie die Fahrradmitnahme an. Pull beziehe sich auf den Kfz-Verkehr, der gleichzeitig auf ein notwendiges Maß reduziert werden müsse.

Ein Bürger wollte wissen, ob denn auch Veränderungen am äußerst unfallträchtigen Fischstein-Kreisel erörtert würden. Dem ist zwar nicht so, dennoch hat der Magistrat jüngst eine Vorlage zur Vermeidung von Unfällen dort herausgegeben. Wie die FNP berichtete, sollen neue Fahrbahnmarkierungen und spurbezogene Vorwegweiser das Unfallrisiko an dem Verkehrsknotenpunkt Ludwig-Landmann-Straße / Hausener Kreisel herabsetzen. (cwe)




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