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30.05.2005

Heißer Einsatz für die Feuerwehrtruppe aus Praunheim

Sie sind eine professionell ausgebildete Truppe, und das wollen die 48 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Praunheim auch mit stolz zeigen. Natürlich in gemütlicher Runde, es soll ja Spaß machen.

Dazu hatten sie zum Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus an der Praunheimer Niddabrücke und Wiesenfest eingeladen.

Mehr als 300 Besucher nutzten die Gelegenheit, um es sich bei hochsommerlichen Temperaturen in dem kleinen Garten oder der angenehm kühlen Fahrzeughalle gut gehen zu lassen. «Unser Wiesenfest war das allererste Fest in Praunheim, damals noch auf der Wiese an der Praunheimer Mühle», sagt Wehrführer Wolfgang Mehmel. Doch wegen der Umbauten dort habe das Fest verlegt werden müssen, der Feuerwehrverein zog in die 1994 an der Nidda neu gebaute Feuerwache um. Hier kommen die Besucher nun hautnah mit der modernen Technik der Lebensretter in Berührung.

Stolz ist die Praunheimer Feuerwehr auf die erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Als erste Wehr gründeten sie 1992 ihre eigene Minifeuerwehr für die Vier- bis Zehnjährigen. Heute lernen dort 30 Kinder, wie man sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten hat. Jeden Freitag treffen sie sich von 16 bis 17 Uhr im Feuerwehrhaus zur Branderziehung, bevor um 17.15 Uhr die Jugendfeuerwehr und ab 19.30 die Aktiven der Einsatzgruppe zusammen kommen.

Die Kinder lernen dabei, wie sie einen Notruf korrekt formulieren. «Das Wichtigste – das gilt auch für Erwachsene – ist, unter 112 zuerst die Feuerwehr anzurufen», sagt Mehmel. Meist komme auf die Frage, was bei einem Brand zu tun sei, als erstes die Antwort: Löschen. «Wir zeigen den Kleinen, wie schwer selbst ein halb voller Zehn-Liter-Eimer ist, so dass sie selbst gar nicht damit löschen können.» Stattdessen sollten sie so schnell wie möglich das Haus verlassen, so der Rat. Sei das nicht möglich, sollten sie sich am Fenster bemerkbar machen. «Meist werden kleine Kinder versteckt unter dem Bett gefunden. Im Reflex suchen sie dort als vermeintlich sicheren Ort Schutz, oft mit ihrem Teddy.»

In der Jugendfeuerwehr lernen die Jugendlichen bereits spielerische Einsätze, wie etwa Wasserpumpen an der Nidda. «Leider haben wir bei solchen Ausflügen ein Problem, unsere 33 Jugendlichen zu transportieren.» Oft seien mehrere Fahrten mit dem Mannschaftstransportfahrzeug notwendig. Spaß machten solche Ausflüge trotzdem.

Dem Wochenende mit besonderer Erwartung entgegengefiebert hat Jugend-Feuerwehrfrau Sarah. Am Freitag feierte sie ihren 17. Geburtstag. Nun endlich darf auch sie gemeinsam mit den anderen Aktiven im Alarmfall ausrücken. Fast jedenfalls. «Erstmal muss ich im Herbst den Grundlehrgang bestehen und die medizinischen Tests absolvieren.» Sechs Wochen dauert der Lehrgang, unter der Woche jeden Abend drei Stunden Unterricht. «Am Wochenende ist dann vor allem die Praxis dran.»

Ein bisschen mulmig ist ihr schon vor ihrem ersten Einsatz, auch wenn sie sich darauf freut. «In der Jugendfeuerwehr macht man nur kleine, ungefährliche Übungen. Da erfährt man nicht, wie es bei einem wirklichen Einsatz ist.» Daher würden die neuen Aktiven immer von einem erfahrenen Feuerretter begleitet, sagt Mehmel. Nach jedem Einsatz werde ein besonders ausführliches Gespräch geführt, um das Erlebte zu verarbeiten. «Dann verliert sich die Scheu schnell.» Beruflich zur Feuerwehr möchte die Gymnasiastin aber nicht – «auch wenn ich gerne viel Zeit für mein Hobby opfere». Ihr Berufswunsch: In irgendeiner Form in der Gewaltprävention arbeiten, dass sei in der Schule zurzeit ein großes Thema. (hau)




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