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11.07.2005

Ausschreibung: Frankfurt will saubere Busse

Der Busverkehr in Frankfurt soll sauberer und günstiger werden. Als Vorreiter in Deutschland will Frankfurt für den Norden und die feinstaubgeplagte Friedberger Landstraße Busse, die die strengsten derzeitigen Umweltstandards erfüllen.

Das Bundesumweltministerium unterstützt dies mit 1,4 Millionen Euro. Das Mittel, um den Zweck zu erreichen: Das Busnetz im Norden wird europaweit ausgeschrieben.

Der Anbieter sollte mit seinen neuen Bussen die strenge Auflagen erfüllen. Sie müssen dem strengsten europäischen Abgasstandard EEV entsprechen. Das bedeutet: Sie dürfen nur ein Fünftel des heute zulässigen Wertes an Feinstaub und nur die Hälfte an Stickoxiden ausstoßen. Technik kostet Geld. Der Anbieter darf, wenn seine Busse super-sauber sind, mehr Geld verlangen als die Konkurrenz. Bis zu sieben Cent pro Kilometer ist die Stadt bereit draufzulegen. Das macht, bei 3,3 Millionen Kilometer, die die 57 Busse jährlich fahren werden, 230 000 Euro pro Jahr.

Teurer als bislang soll es trotzdem nicht werden, eher günstiger. Das Frankfurter Busnetz wurde organisatorisch in fünf Stücke geteilt, eines davon, in Frankfurts Osten, wurde bereits ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die VGF-Tochter «In-der-City-Bus» (ICB), deren Preis für die Stadt rund 25 Prozent günstiger ist als der Preis, den die VGF bislang erhalten hat. Die ICB-Fahrer erhalten weniger Geld.

Traffiq-Geschäftsführer Hans-Jörg von Berlepsch: «Während die Stadt den Busverkehr bislang bezuschusste, dürften wir jetzt sogar ein kleines Plus erwirtschaften.» Martin Waldhausen vom Bundesumweltministerium ist überzeugt, dass die teureren Fahrzeuge auch ökonomisch sinnvoll sind. «Die Grenzwerte werden immer strenger, die nächste Verschärfung kommt 2009. Selbst dann dürfen diese sauberen Busse noch fahren. Neue Busse werden etwa zehn Jahre betrieben. Es ist wirtschaftlich, die Umweltnormen der Zukunft mit einzuplanen.» Das Unternehmen, das die Ausschreibung gewinnt – 57 Busse mit EEV-Standard, nicht mehr als sieben Cent pro Kilometer Zusatzkosten – erhält vom Umweltministerium 1,4 Millionen Euro.

Erdgasbusse erfüllen die strengen Normen, solche mit Dieselantrieb noch nicht. «Das ist technisch kompliziert», so Waldhausen. Immerhin verbindet er mit Frankfurts Vorstoß die Hoffnung, dass die Fahrzeughersteller sich bemühen, saubere Busse zu entwickeln und anzubieten.

Viel Zeit haben sie nicht mehr, im Dezember 2006 sollen die Fahrzeuge bereits rollen. «Ich hoffe, dass wir mit diesem Vorstoß zeigen können, Frankfurt tut alles für saubere Luft», sagte Schwarz. Im Hinblick auf die Feinstaubdiskussion könnte dies von Vorteil sein. Es bestehe für das Land die Möglichkeit, die Friedberger Landstraße zu sperren.

Verglichen mit Personenwagen, so Waldhausen, seien die Busse in der Sauberkeit zurückgefallen. «Der ÖPNV ist nicht die Lösung des Problems, er ist das Problem», so Waldhausen. Auch deshalb habe das Bundesumweltministerium den Frankfurter Vorschlag unterstützt.

Nach den Schätzungen von Berlepsch kostet ein Bus etwa 250 000 Euro. Rund 25 000 Euro kommen hinzu, wenn der Bus die strengen EEV-Standards erfüllen soll. Ausgeschrieben werden die Linien 24 (Nieder-Eschbach – Kalbach), 25 (Berkersheim – Nieder-Erlenbach), 26 (Alt Eschersheim – Uni-Campus Riedberg – Nordwestzentrum), 27 (Nieder-Erlenbach – Nieder-Eschbach – Bonames – Preungesheim), 28 (Kalbach – Harheim), 29 (Nieder-Erlenbach – Nieder-Eschbach – Kalbach – Nordwestzentrum), 56 (Eschborn – Sossenheim), 60 (Rödelheim – Nordwestzentrum – Heddernheim), 65 Bad Homburg – Nieder-Erlenbach – Bad Vilbel), 67 (Nordwestzentrum – Hausen – Industriehof), 71 (Nordwestzentrum – Nordweststadt). (tjs)




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