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05.08.2005

SPD fordert Ende des Autobahn-Krachs in Praunheim

Sozialdemokraten erwarten von der Stadt, dass sie Musterklagen ausarbeitet, damit die Bürger ihren Lärmschutz bekommen

Der Verkehr auf der A 5 ist für die Praunheimer ein wachsendes Ärgernis. Bei einer Lärmwanderung am Donnerstag machten die SPD-Ortsvereine des Frankfurter Nordwestens auf dieses Problem aufmerksam.

Den Praunheimer Anwohnern stinkt es. Auf der einen Seite haben sie die Heerstraße mit hohem Verkehrsaufkommen, und der Blick Richtung Taunus wird ihnen von der Autobahn 5 verdorben. Einfach zu laut sei es, selbst nachts höre man ein ständiges Rauschen. Eigentlich soll ein Lärmschutzgesetz die Bürger vor dieser Ruhestörung bewahren. Seit 1974 muss bei jeder neu gebauten Autobahn für Schallschutz gesorgt werden. Doch die A 5 existierte schon vorher und gilt als Altanlage. Ein Lärmschutz muss nur nachgerüstet werden, wenn die Fahrbahn in erheblichem Umfang umgebaut wird.

Doch was sind diese baulichen Maßnahmen?, fragt SPD-Bundestagskandidat Gregor Amann. Bei einer Lärmwanderung in Praunheim machte er am Donnerstag auf die Misere der Anwohner aufmerksam. "Der Verkehr wächst und der Lärmschutz muss mithalten", forderte er. Dass das Aufkommen der Fahrzeuge wachse, sehe man an den Plänen der Landesregierung, die Standstreifen der A 5 zwischen dem Nordwestkreuz und dem Bad Homburger Kreuz zu Fahrstreifen umzuwandeln. In Amanns Augen sind dies Fälle erheblicher baulicher Maßnahmen, die die Errichtung von Schutzwällen auch in Praunheim erfordern.

Auch Hans-Jürgen Sasse, Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 7, vertritt die Meinung, dass die Gesundheit der Bürger zu schützen sei. "Die A 5 bei Praunheim ist nur ein Beispiel in Frankfurt, wo Bedarf für Lärmschutz besteht", sagte er. Auch in der Rosa-Luxemburg-Straße gebe es ein großes Problem, das allerdings mit Tempolimits zu lösen sei.

Die SPD-Politiker hoffen nun auf eine Klage der Stadt Frankfurt gegen geplante Beschleunigungsstreifen an der Raststätte Taunusblick ohne adäquaten Lärmschutz. "Wenn der Bau von Beschleunigungsstreifen genügt, um Schallwälle nachzurüsten, dann gilt dies auch für die Umwandlung von Standstreifen in Fahrspuren", so die Politiker. Der Magistrat sei dann dazu angehalten, Musterklagen für die Bürger auszuarbeiten, die von einem Juristen geprüft wurden. "Die Stadt muss ein Signal geben, dass sie Bürger unterstützt, die für ihr Wohl klagen", sagte Ursula Busch, SPD-Ortsvereinsvorsitzende von Praunheim.

Platz für die Praunheimer Schutzwälle sei vorhanden. In der Stadtverordnetenversammlung hätten alle Parteien für eine Einschränkung des Naturgebiets gestimmt, das als Ausgleichsfläche für die Großmarkthalle am Martinszehnten geplant ist. Für den Lärmschutz und die geplanten Ortsumgehung von Praunheim bliebe nun ein Stück der Landschaft unbepflanzt.

Von Lavinia Dölle




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