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12.08.2005

Mays Häuser sehr begehrt

SPD tourt durch Siedlungen / Höhere Mieten als Zankapfel
Von Johanna Wolff

Die SPD-Fraktion im Römer, die die sitzungsfreie Zeit im Sommer für Touren durch Frankfurt nutzt, besuchte am Mittwoch mehrere von Ernst May entworfene Siedlungen. Dabei kam auch der Streit um Mieterhöhungen In der Römerstadt zur Sprache.

Dass es eines Tages große Reisebusse geben würde, hat Ernst May nicht wissen können. Deshalb ließ der berühmte Stadtplaner, der in Frankfurt vor allem zwischen 1925 und 1930 aktiv war, die Straßen zwischen den Gebäuden nicht so breit anlegen. Und so blieb der Bus voller SPD-Kommunalpolitiker am Mittwoch immer mal wieder in Kurven stecken und musste umständlich zurückmanövriert werden. Weil das Gefährt dann an den Siedlungsgrenzen hielt, lief die Gruppe etwas mehr zu Fuß als geplant.

"Die May-Siedlungen sind heute wieder sehr beliebte Wohngebiete", erklärte Elke Sautner, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und wohnungspolitische Sprecherin. Erste Station des Fraktionsausflugs war die May-Siedlung am Bornheimer Hang. Später ging es über Praunheim in die Römerstadt, wo die Gruppe das neue Ernst-May-Museum besuchte.

Von der Rundreise versprachen sich Elke Sautner und ihre Fraktionskollegen einen Lerneffekt. Die Kontaktaufnahme mit Bewohnern, etwa zu Wahlkampfzwecken, stand aus diesem Grund nicht auf dem Programm. Stattdessen lauschte man Eckhard Herrel, dem Vorsitzenden der Ernst-May-Gesellschaft. Er führte die Sozialdemokraten in die Hinterhöfe und schärfte den Blick für hübsche Details, wie die Rankgestelle vor den Hauseingängen. Außerdem erläuterte Herrel, welche Errungenschaft die Siedlungen zu ihrer Zeit mit sich gebracht hatten: Sanitäre Anlagen und Elektrizität in den Wohnungen seien damals keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Dass die Siedlungen trotz ihres Alters noch immer beliebt sind, zeigt für Sautner, dass man von May auch heute noch lernen kann. "May hat sich viele Gedanken gemacht und zum Beispiel für viel Grün gesorgt", sagte sie. Während an Gebäuden aus den Nachkriegsjahren heute viel nachgebessert werden müsse, seien die May-Häuser fast unverändert gut nutzbar.

Dass es in einer May-Siedlung Streit wegen des Mietspiegels gebe, bewertet Sautner als kleineres und vor allem lokal begrenztes Problem. In der Römerstadt verlangt die Eigentümerin mehrerer hundert Einfamilienhäuser, die Wohnungsbaugesellschaft ABG, neuerdings höhere Mieten. Begründet wird dies unter anderem damit, dass in den Häusern Gästetoiletten vorhanden seien.

Tatsächlich gibt es dort jeweils eine zweite Toilette. Allerdings befinden sie sich in den Kellern und haben keine Kabine. Das Problem "werden die Gerichte klären", meinte Sautner.




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