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21.09.2005

Ein Zentrum zum Wohlfühlen stellt sich vor

Im Steinbacher Hohl 25 dreht sich seit 1991 alles um das menschliche Wohlbefinden. Im «Zentrum für ganzheitliche Entfaltung», gewachsen aus der Begegnungsinitiative Persch, gibt es von Akupunktur bis zu Schülerhilfsprojekten die richtige Hilfestellung für die unterschiedlichsten Probleme.

Zentrumsgründerin Dagmar Persch und ihr acht Kolleginnen zeigten beim Tag der offenen Tür, dass alternative Heilmethoden nichts mit Aberglauben zu tun hat. Entstanden ist die Idee zum Zentrum aus den persönlichen Erfahrungen der Gründerin. «Das, was mir geholfen hat, wollte ich an andere weitergeben», sagt Dagmar Persch. «Ich bin Lehrerin gewesen und habe angefangen, Kindern zu helfen, die nicht in der Schule zurechtkamen.» Daraus entstand die Philosophie, dass menschliche Entfaltung entsteht, wenn Menschen sich begegnen und sich austauschen können. Zu diesem Zweck gründete sie das «Zentrum für ganzheitliche Entfaltung».

Gesundheit, Pädagogik, Meditation und Heilen werden hier groß geschrieben. Das Angebot richtet sich an jedermann. «Aber viele Menschen scheuen sich, Hilfe anzunehmen, wenn sie in Krisensituationen sind.» Doch die Mund-zu-Mund-Propaganda des Zentrums zeige Wirkung. Neben Familien, deren Kinder schulische Probleme haben, seien auch immer mehr Männer unter den Besuchern. Die Mehrzahl seien jedoch weiterhin Frauen. «Im Alter meist ab 50 Jahren, wenn die ersten Lebenskrisen die Menschen einholen.»

Was als Idee einer Einzelnen begann, hat mittlerweile viele Therapeuten begeistert. Mittlerweile acht Kollegen teilen sich das ehemalige Wohnhaus am Steinbacher Hohl, das im Laufe der Zeit Stück für Stück vom Zentrum aufgekauft wurde. Ein Mitglied des Teams ist Heilpraktikerin Christa Quitter. Mit der Dorntherapie untersucht sie unterschiedliche Beinlängen und daraus entstehende Fehlhaltungen der Wirbelsäule. Mit Massage unter aktiver Teilnahme des Patienten werden die Fehlstellungen, die auch durch Unfälle verursacht sein können, behandelt. «Während Chiropraktiker oft sehr ruckartig arbeiten, ist die Dornmethode sehr schonend für das Gewebe. Außerdem gebe ich meinen Patienten Übungen mit nach Hause, damit sie den Beschwerden vorbeugen können.» Auch die «pränatale Massage» von Fuß-, Hand- und Kopfzonen kann präventiv angewandt werden und sei der «absolute Wohlfühl-Hit».

Was für klassische Schulmediziner oft wie blanker Aberglaube klingt, sind für die Therapeuten wichtige Arbeitsschritte. «Viele alternative Therapieformen sind unbekannt», sagt Dagmar Persch. «Aber es ist kein Hokuspokus, sondern wirkungsvoll.» Die alternative Medizin werde oft erst zu Rate gezogen, wenn die Schulmedizin versage. «Es wäre schön, wenn es anders wäre.» Schuld daran mag auch die Politik der Krankenkassen sein. Die meisten alternativen Behandlungsformen werden von den Kassen nicht bezahlt. Trotzdem ist der Beruf des Heilpraktikers keine brotlose Kunst. «Mittlerweile ist das Zentrum mein ausschließliches Standbein», sagt Frau Persch. Viele junge Heilpraktiker hätten sich nach einigen Jahren im Zentrum selbstständig machen können. «Ich bin ein gutes Sprungbrett», weiß die Chefin. (tos)




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