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08.02.2006

Fahrer lassen Motoren dieseln

VGF kontrolliert parkende Busse an der Haltestation im Nordwestzentrum.

Von Andreas Haupt

Wenn abends der Verkehr rund um das Nordwestzentrum nachlässt, wird es endlich leise in der Wohnung von Renate und Klaus Schmidt. Sie wohnen in der Bernadottestraße, direkt neben dem viel befahrenen Erich-Ollenhauer-Ring, mit Blick auf die großen Panorama-Fenster der Titus-Therme. Doch nicht immer können sie die abendliche Ruhe genießen. «Die laufenden Motoren der Busse, die unterhalb des Schwimmbades auf ihre nächste Tour warten, hört man oft sogar bis in unser Schlafzimmer», ärgert sich Klaus Schmidt. Besonders deutlich nach 22 Uhr, wenn die spätabendliche Ruhe die Motorengeräusche umso lauter erscheinen lässt.

In den Pausen stünden Busse der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), ihrer Tochtergesellschaft In-Der-City-Bus und der Firma Sippel oft in der kurzen Bushaltebucht, erzählt Schmidt. «Damit die Fahrer im Winter nicht frieren, lassen sie die Motoren laufen. Selbst wenn sie den Bus verlassen.» Und das nicht nur für kurze Zeit. «Hier steht fast ständig wenigstens ein Bus, manchmal auch zwei.» Rechne man die Schadstoffe, die die wartenden Busse in der Nordweststadt produzierten, auf das Bundesgebiet hoch, komme «einiges zusammen», sagt Schmidt. «Bei uns im Haus wohnt eine junge Familie mit zwei Kindern.» Die Schadstoffbelastung durch die vielen vorbeifahrenden Autos sei schon so hoch, da müssten nicht auch noch die wartenden Busse ihren Teil beitragen. Bereits im April habe er sich an die VGF gewandt mit der Bitte, die entstehende Lärm- und Abgasbelastung zu verhindern. Und erhielt Antwort: «Die VGF wies darauf hin, dass 85 Prozent mit umweltfreundlichen Motoren und Partikelfiltern ausgestattet seien.» Die Schadstoffbelastung sei daher gering. Aber nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten, sondern auch «aus Rücksicht auf Anwohner und Fahrgäste», sollten Lärm und Schadstoffausstoß der Busse auf ein Minimum reduziert werden, heißt es in dem Brief weiter. Die Fahrer seien daher angewiesen, die Motoren während der Pausen auszuschalten.

«Im Gespräch erklärte mir ein VGF-Mitarbeiter, dass alle Busse über eine Standheizung verfügten. Es sei also nicht nötig, die Motoren zur Heizung des Fahrgastraums laufen zu lassen.» Die erhoffte Besserung sei allerdings nicht eingetreten, sagt Renate Schmidt. «Selbst im vergangenen Sommer ließen manchen Fahrer die Motoren laufen.» Daher wandte sich das Ehepaar Anfang dieses Jahres erneut mit einem Brief an die VGF.

Gegenüber der FNP bestätigten die Busunternehmen Sippel und In-Der-City-Bus, dass die Fahrer eigentlich angewiesen seien, die Motoren während ihrer Pausen auszustellen. Das gilt natürlich nicht nur für die Haltezone in der Nordweststadt, sondern für die ganze Stadt. Für In-Der-City-Bus bestätigt Alois Rautschka, dass das Thema erneut bei Einsatzbesprechungen aufgegriffen worden sei. «Aber wir können nicht jeden Fahrer kontrollieren, ob er sich daran hält.» In der Nordweststadt würden die Fahrer bereits häufiger kontrolliert.

Dennoch seien VGF-Mitarbeiter in den vergangenen Tagen mehrfach inkognito vor Ort gewesen, um die dort stehende Busse und ihre Fahrer zu kontrollieren, sagt VGF-Sprecher Bernd Conrads. «Nicht nur tagsüber, sondern auch spät abends.» Dabei sei ihnen kein Fahrer aufgefallen, der den Motor habe laufen lassen. «Allerdings bieten wir den Anwohnern an: Wenn einmal doch ein Bus mit laufendem Motor dort steht – was ausdrücklich verboten ist – schreiben Sie sich die Fahrzeugnummer, das Kennzeichen und die Uhrzeit auf und rufen sie uns an. Wir gehen dann der Sache nach.»

Anmerkung: Wir denken das es nicht nur am Nordwest - Zentrum zu solchen Belästigungen kommt, sondern an jeder Stelle an denen die Fahrer ihre Pausezeiten abhalten.

heddernheim.de




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