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09.02.2006

Ortsumfahrung: Gegner gründen Bürgerinitiative

Praunheim/Nordweststadt.
Kritiker und Befürworter der geplanten Ortsumfahrung Praunheim stehen sich unversöhnlich gegenüber.

Das zeigte auch die Sitzung des Ortsbeirates 7 (Rödelheim, Praunheim, Hausen, Westhausen, Industriehof) am Dienstagabend. Die Trennlinie ist klar, CDU, SPD, FDP, Republikaner und der Fraktionslose Cosimo Viva sind dafür, Grüne und Farbechte dagegen. Da können die Bürger bei der Kommunalwahl am 26. März klare Signale abgeben, was erwünscht ist.

Die Grünen als Hauptgegner der bisherigen Planung schöpfen mittlerweile wieder Hoffnung, das sich Bürger aus der Nordweststadt zu einer Bürgerinitiative zusammenschließen, um den Bau zu verhindern. Ihr Hauptkritikpunkt: den Anschluss der Umgehung an den Praunheimer Weg. «Wie sind nicht bereit, die Verkehrsprobleme aus Praunheim in den benachbarten Stadtteil zu exportieren», sagt Hans-Peter Jourdan, Sprecher der Grünen im Ortsbeirat 7. Nach wie vor können er nicht erkennen, wie die Verkehrsprobleme am Praunheimer Weg gelöst werden sollen. Die spätere Untertunnelung der Europäischen Schule, mit der die Umfahrung an den Erich-Ollenhauer-Ring angeschlossen werden soll, bezeichnet Jourdan als Utopie. Unterstützung bekommt er dabei vom Farbechten Claus David. «Ich werde es in den nächsten fünf Jahren sicherlich nicht erleben, dass mit dem Bau der Umfahrung begonnen wird.» Das Geld sollte lieber für Schule ausgegeben werden. Zudem erwarte er auch keine Entlastung Praunheims durch eine Umgehungsstraße.

Der CDU-Stadtverordnete Thomas Rätzke wirft den Grünen doppeltes Spiel vor. Denn im Römer habe eine linke Mehrheit den Bau einer U-Bahn-Trasse mit Untertunnelung der Schulen zum Anschluss an die Linie U 1 zugestimmt. «Wie soll denn der Aushub weggeschafft werden ohne Umgehungsstraße? Etwa durch Praunheim und am Krankenhaus Nordwest vorbei?» Jourdan beruft sich dagegen auf eine abweichende Meinung des Ortsverbandes gegenüber der Römer-Fraktion. «Wir sind nicht immer der gleichen Meinung.»

Die übrigen Fraktionen im Ortsbeirat 7 stehen nach wie vor zum Projekt Umgehungsstraße und stimmten daher auch dem Antrag der CDU im Römer zu, jetzt Baurecht für die Umgehungsstraße zu schaffen. Alfons Meister (BFF), vom benachbarten Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), verwies darauf, dass die Trassenführung festgeschrieben werden sollte, um spätere Klagen dagegen zu vermeiden.

Mittlerweile hat sich die Bürgerinitiative «Keine Ortsumfahrung Praunheim zum Praunheimer Weg» gegründet. Die Initiatoren befürchten, dass sich der Verkehr dann in mehrere Stadtteile – der Nordweststadt und Niederursel sowie nach Praunheim – verteilt. Er fließe an einer weiteren Schule sowie an einer Altenwohnanlage vorbei. Der Kreisel am Nordwestzentrum sei jetzt bereits in Stoßzeiten völlig überlastet. Es werde sich in der Nähe der Einmündung am Praunheimer Weg zudem Schleichverkehr in die Nebenstraßen entwickeln, und es werde zu Umgehungsverkehr von der Autobahn kommen. Durch die Umgehungsstraße würde geradezu eine Alternativroute eröffnet werden, die über das Mertonviertel verlaufen würde.

Die Initiative trifft sich am Montag, 13. Februar, um 19 Uhr in der Gaststätte «Zu den Drei Raben», Alt-Niederursel 27, zum Informationsaustausch. (sö)




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