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21.12.2006

Da machten sich auch auf . . .

Häuser in Praunheim erzählen die Weihnachtsgeschichte

Viele Türen in der Siedlung Praunheim tragen in diesen Tagen nicht nur Hausnummern, sondern auch geheimnisvolle Zahlen, die eine Tür in die vorweihnachtliche Welt öffnen. Die Nummer 17 befindet sich vor dem Kirch- und Gemeindesaal der evangelischen Wicherngemeinde. Dahinter ist die Weihnachtsgeschichte mit heiliger Familie aufgebaut – eine Krippe mit selbst hergestellten Stofffiguren.

In diesen Tagen werden Kinder aus der evangelischen Kindertagesstätte erwartet, die die Figuren bestaunen und die Hirtengeschichte selbst nachspielen dürfen. „In unserer Kirche lesen wir die Geschichte von einem kleinen Hirtenjungen, der mit den alten Hirten am Feuer sitzt und von der frohen Botschaft hört“, sagt Brigitte Burkholz, Mitglied des Kirchenvorstandes. Da komme es schon einmal vor, dass die Rolle des Hirtenjungen begehrter ist als die von Maria oder Josef.

Ein kleines Wunder für sich ist aber auch die Menschengruppe an der Krippe aus zwölf Figuren, zu denen noch Ochs und Esel hinzukommen. „Die Tiere haben wir zugekauft, doch die Figuren haben wir vor ein paar Jahren in einem Arbeitskreis am Wochenende selbst hergestellt“, berichtet Frau Burkholz. Die Anleitung dazu gab eine Schweizer Künstlergruppe.

Und die lehrte die Wicherngemeinde auch, wie man die Figuren robust und standfest herstellt: Biegsamer Draht wird mit Sisal umwoben, die Füße werden mit Blei beschwert. „Das Ergebnis sind strapazierfähige Figuren, die die Kinder auch ruhig einmal anfassen können.“

Bleibt nur die Frage: Warum haben die Figuren keine Gesichter? „Ganz einfach, dadurch sind sie vielseitiger einsetzbar. Denn mit einem Lächeln wären die Figuren zu sehr festgelegt, so aber zeigen sie ihre Gefühlsregungen nur über ihre Gestik“, sagt Brigitte Burkholz.

Vor allem aber seien sie so auch leichter zu verwandeln. Denn in der Wicherngemeinde werden das ganze Jahr über biblische Geschichten dargestellt, so zum Beispiel die Ostergeschichte, das Pfingstwunder oder die Speisung der fünftausend Menschen mit Brot und Fisch. Und man glaubt es kaum: „Josef verwandelt sich an Ostern in einen der Legionäre, die Jesus ans Kreuz schlagen.“ Natürlich in römischer Uniform, versteht sich.

Nur der Engel im Vorraum des Kirchsaals und die Heiligen Drei Könige im typischen Habitus von Europäern, Afrikanern und Asiaten sind in ihren Rollen festgelegt. Dafür aber ist die Krippe selbst umso transportabler.

Zwar fehlt dem Kirchsaal der Wicherngemeinde der Charme eines alten Gotteshauses. Aber er ist besonders flexibel, lässt sich leicht vom Vielzweckraum für die Gemeinde in einen weihnachtlich geschmückten Gottesdienstraum verwandeln. (got)




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