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24.02.2007

Kein Fall für freiwillige Polizisten

Die Reaktion auf die vom Polizeipräsidenten Achim Thiel vorgelegten Zahlen zur Kriminalitätsstatistik im Ortsbezirk 7 (Rödelheim, Praunheim, Hausen, Westhausen, Industriehof) und im speziellen Rödelheim (wir berichteten) fällt unterschiedlich bei den Fraktionen im Ortsbeirat 7 aus.

Einig sind sich alle, dass die Zunahme von Drogendelikten keine Überraschung ist. Kritik wird allerdings laut am geplanten Einsatz des Freiwilligen Polizeidienstes.

„Es ist gut, dass mehr kontrolliert und somit Druck auf die Drogenszene ausgeübt wird“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Sasse. Der Ortsbeirat habe ja schon mehrfach angeregt, die Polizeipräsenz zu erhöhen. Dass in diesem Zusammenhang jedoch auf den Einsatz von freiwilligen Polizisten verwiesen werde, lehnen die Sozialdemokraten ab. „Da gehören Profis hin, in diesem Milieu hat der Freiwillige Polizeidienst nichts zu suchen.“

Ähnlich sieht es sein Kollege von den Grünen, Hans-Dieter Vatter. „Wir bräuchten keinen Freiwilligen Polizeidienst, wenn die Bürger engagierter wären.“ Er selbst greife zum Telefon, wenn er Straftaten beobachten würde. Wenn das mehr Menschen machen würden, wären freiwillige Polizisten kein Thema. „Mehr können die ja auch nicht machen“, sagt Vatter. Ihm wäre es lieber, wenn die Reviere mit weiteren Polizisten ausgerüstet würden. „Es kann doch nicht sein, dass abends für 40 000 Menschen nur noch eine Streifenwagenbesatzung unterwegs ist.“ Die vermehrte Präsenz von Dealern im Ortsbezirk verwundert den Grünen nicht. Das habe sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet, „die haben den ÖPNV entdeckt“, verweist Vatter auf die gute Anbindung an die Innenstadt.

Auch Claus David, Fraktionsvorsitzender von Farbechte/Linke, will den Bürgern mehr vertrauen schenken. „Jeder kann selbst zum Telefon greifen. Dafür brauchen wir keinen Freiwilligen Polizeidienst.“ Drogendealer seien allein Aufgabe der Polizei, darum sollten sich die Profis kümmern.

Nur der Fraktionsvorsitzende der CDU, Oliver Kroneisen, gewinnt dem Einsatz der freiwilligen Polizisten etwas Positives ab. Dies habe zwei Vorteile. Zum einen würden sich Dealer und Konsumenten beobachtet und gestört fühlen. Das hätte schon präventiven Charakter. Der Freiwillige Polizeidienst soll ja nicht die Drogenhändler verfolgen. Zum anderen würde das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt, wenn Streife gegangen würde. „Wie die Statistik zeigt, arbeitet die Polizei ja vermehrt am Problem. Da dies aber zumeist verdeckt geschieht, sieht es für die Bürger so aus, als wenn die Beamten nichts tun würden“, sagt Kroneisen.

Nach Ankündigung des Polizeipräsidenten gehört das 11. Revier zu den nächsten Dienststellen, denen der Freiwillige Polizeidienst angegliedert wird. (sö)




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