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03.07.2007

Warum Hummeln in Massen sterben

Von Anna Maria Neumer

Jedes Jahr das Gleiche, klagt ein Anwohner der FNP.

Im Hochsommer liegen etliche tote Hummeln unter der amerikanischen Silberlinde im Theodor-Fischer-Weg 85. Die Bewohner des Viertels machen den Baum für das Massensterben verantwortlich und fordern das Grünflächenamt auf, endlich die Silberlinde zu fällen und sie gegen einen für die Tierwelt unschädlichen Baum zu ersetzen. „Der Baum hat damit nichts zu tun“, sagt dagegen Hans Peter Sattler vom Grünflächenamt. Er verweist auf Informationen des Naturschutzbundes (Nabu). Nach deren Untersuchungen habe sich gezeigt, dass die Linde nicht Schuld an dem Sterben der Hummeln ist.

Die Mär halte sich seit dem Jahr 1977. Damals sei man zu dem Trugschluss gekommen, dass der Nektar der Linde Mannose, einen strukturierten Zucker, enthalte, der eine giftige Wirkung auf Hummeln und Honigbienen hat. Diese Annahme jedoch konnte nicht bewiesen werden. Im Gegenteil sogar, alles spricht gegen diese Hypothese, so der Nabu. Weder im Nektar des Baumes, noch in den verstorbenen Hummelkörpern wurden Spuren des Giftes gefunden.

Experten führten ein Experiment durch, bei dem mehrere Hummeln fünf Tage lang nur mit dem Nektar der Linde genährt wurden. Die Hummeln überstanden diesen Versuch ohne Schäden. „Damit ist bewiesen, dass die Silberlinde nicht verantwortlich für das Sterben der Hummeln ist.“

Auch der Zoo-Physiologe Bernhard Surholt, von der Universität Münster, bestätigte nach dreijährigen Forschungen: „Der Nektar ist ungiftig. Das massive Insektensterben unter den blühenden Bäumen ist, was zunächst paradox anmutet, Folge eines Nahrungsmangels.“

Hummeln seien nicht in der Lage, wie andere Insekten Stärke und Fette zu speichern, aus denen sie wiederum Energie herstellen könnten. Sie könnten lediglich auf Reserven im Körper zurückgreifen. Da diese nach den Forschungsergebnisse jedoch aufgebraucht waren, hatte das zur Folge, dass die kleinen Insekten nicht mehr genügend Energie für die Nahrungsaufnahme hatten.

Weshalb die Hummeln ausgerechnet unter der Silberlinde sterben, lässt sich anhand der Blütezeit des Baumes erklären. Die Linde blüht nach dem Winter und dem Sommer zwei bis vier Wochen lang. Die meisten Sommerpflanzen blühen jedoch bereits zwischen Juni und Juli. Das bedeutet, dass zur Blütezeit der Linde zwischen Juli und August das sonstige Nektarangebot sehr gering ist, so dass die Hummeln, wenn sie bei der Nahrungssuche auf die Linde stoßen, nicht mehr genügend Energie haben, um von dessen Nektar zu kosten. Sie sind zu geschwächt, um sich zu nähren. Oftmals werden erschöpfte Hummeln auch von Feinden, unter anderem der Kohlmeise, angegriffen und fallen ihnen zur Beute. In ihrem ohnehin schon geschwächten Zustand ein gefundenes Fressen.

1990 analysierte man 11 000 tote Hummeln, die man unter der Silberlinde fand. Drei Viertel derer wiesen Fraßspuren auf, was zusammen mit der Tatsache der verbrauchten Energiereserven die Theorie bekräftigt, dass Hummeln an der Knappheit des Nektarangebots im Hochsommer sterben.

Die Silberlinde ist folglich nicht für das Massensterben verantwortlich, sondern ein natürlicher Vorgang des Ökosystems, gegen den selbst das Grünflächenamt nichts ausrichten kann. Den Baum zu fällen, sei keine Option, die Anwohner müssen auch künftig mit dem Hummelsterben leben.




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