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20.05.2008

Freie Fahrt auch in Praunheim

Die Stadt will weitere Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung freigeben.

Es ist schon fast ein Ritual: Sowie das Verkehrsdezernat den Radfahrern die Durchfahrt durch weitere Einbahnstraßen in beide Richtungen erlaubt, erklärt es auch die Unbedenklichkeit dieser Maßnahme. Schon die Erfahrungen anderer Städte, inzwischen aber auch die in verschiedenen Frankfurter Stadtteilen hätten gezeigt, dass es wegen der entgegenkommenden Radfahrer nicht mehr Unfälle gebe, heißt es immer wieder aus dem Dezernat und den beteiligten Ämtern. Im Gegenteil, beide, Radler und Autofahrer gäben sogar besser aufeinander acht. Überzeugend wirken diese Argumente aber auch Monate, nachdem die ersten Straßen in der Stadt geöffnet wurden, nicht überall.

Der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) sieht die neuen Verkehrsregelungen nach wie vor skeptisch. Und möchte auf jedem Fall noch einmal im Detail informiert werden, bevor der Zweirichtungsverkehr für die Radler auch in Praunheim erlaubt wird. Doch bisher, so musste Ortsvorsteher Christian Wernet jüngst verkünden, ist es ihm noch nicht gelungen, eine Zusage aus dem Amt zu erhalten, dass ein Vertreter die Pläne im Ortsbeirat vorstellt. Zu beraten wäre ja nicht nur, ob die Straßen wirklich breit genug sind, sondern auch, wo Piktogramme und veränderte Verkehrszeichen hingehören, um beide Verkehrsteilnehmer aufeinander hinzuweisen.

Der Ortsbeirat 7 ist beim Thema Einbahnstraße besonders aufmerksam. Denn in Rödelheim durften die Radler schon frei fahren, bevor der Ortsbeirat ausführlich über die Pläne informiert worden war. Das soll den Stadtteilpolitikern in den übrigen Stadtteilen nicht noch einmal passieren.

Für Hausen und Praunheim liegen im Straßenverkehrsamt bereits „Handlungskonzepte Radfahren gegen die Einbahnstraße“ vor. Sie sollen demnächst umgesetzt werden, allzu viele Straßen betreffen diese allerdings nicht. In Praunheim müssten sich Autofahrer demnach im Damaschkeanger, in Olbrich- und die Pützerstraße, der Sandplackenstraße und von dort in der Verbindung An der Bitz bis rüber nach Alt-Praunheim auf Gegenverkehr auf zwei Rädern einstellen. Auch in der Praunheimer Siedlung könnten die Radfahrer offiziell kürzere Wege nutzen, dort sollen die Siedlungsstraßen zwischen Muthesiusweg und Am Ebelfeld geöffnet werden. In der Westhausener Siedlung wären die Straßen westlich der Ludwig-Landmann-Straße rüber zur Kollwitzstraße betroffen.

Straßen, die wegen der Enge ausdrücklich nicht zu öffnen sind, sind in den Plänen nicht ausgewiesen. Etwas anders sieht die Lage in Hausen aus. Dort will die Stadt die Radler zumindest im letzten Teil des Hohen Weges, auf Höhe der Moschee, nicht entgegen der Straßenrichtung fahren lassen. Im Ortskern, also in einem Teil der Hausener Obergasse, am Fischstein, in der Pfannmüllerstraße, in der Bachmannstraße und im Friedrich-Brück-Weg hielte sie es hingegen für ungefährlich. Im Industriehof ist lediglich die Elbinger Straße als zu öffnend eingezeichnet. Sie liegt ebenso einzeln wie die Straße Am Vogelsang am Rande des Niddaparks, die ebenfalls geöffnet werden kann. (ing)




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