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29.04.2004

Nach Kritik an der neuen Großküche

Gebt den Kitas ein eigenes Budget
Von Andreas Haupt

Nun haben die Probleme mit der Essensversorgung der städtischen Kindertagesstätten auch den Ortsbeirat 7 erreicht. Seit Anfang des Jahres beliefert die Firma Sodexho die städtischen Kindertagesstätten mit Essen. Doch die Kritik reißt nicht ab.

Als Elternbeirätin der Rödelheimer Kindertagesstätte 85 forderte Claudia Duffield-Bräuer auf der Sitzung des Stadtteilgremiums am Dienstagabend eine möglichst schnelle Möglichkeit zum Ausstieg aus der Essensversorgung durch Sodexho. "Das Vertrauen in die Firma ist weg." Viele Zusagen würden nicht eingehalten. Immer noch werde Kartoffelsalat mit Essig und Öl ausgeliefert – obwohl die Kinder ihn nicht mögen. "Die Portionen sind immer noch zu klein. Unsere Hortkinder werden nur satt, wenn sie die Reste der Kindergartenkinder aufessen." Das Essen sei voll mit Geschmacksverstärkern, Konservierungsmitteln und anderen Zusatzstoffen. "Die Stadtküche hatte das auf ein absolutes Minimum reduziert." Auch die Firma Apetito, die bereits seit Jahren einige städtische Kitas beliefere, komme beim selben Verfahren ohne Zusatzstoffe aus. Sie selbst habe ihre Kinder inzwischen vom Mittagessen abgemeldet. "Wir Eltern bezahlen das Essen. Wir wollen auch entscheiden, was unsere Kinder bekommen."

Kritik kam auch von Rolf Rieckmann, Mitglied des Gesamtelternbeirats und Elternbeirat der Kita 100 in Praunheim. Die Stadt tue sich sehr schwer damit, die Verträge mit Sodexho offen zu legen. "Auch bei uns waren Portionen zu klein. Vor allem die Menge an Fleisch und Fisch war zu gering." Ein weiteres Problem sei, dass die Aufwärmzeiten unterschiedlich seien. Während ein Teil, etwa die Beilagen, in zehn Minuten warm sei, benötigten andere Menüteile 15 Minuten. Das schaffe täglich organisatorische Probleme.

Die zwei Anträge, die den Stadtteilpolitikern zum gleichen Thema vorlagen, wurden angenommen. Auf Antrag der CDU will der Ortsbeirat wissen, wie viele Beschwerden seit dem 1. April beim Magistrat eingegangen sind. Außerdem möchte der Ortsbeirat wissen, "welche Ergebnisse der Magistrat in Wahrnehmung seiner gesundheits- und lebensmittelrechtlichen Kontrollfunktion bisher gewonnen" habe.

In dem ebenfalls angenommenen SPD-Antrag wird der Magistrat aufgefordert, die Qualität und Menge des Essens intensiv zu prüfen. Die Versorgung sei kurzfristig zu verbessern. Für Allergiker und Diabetiker sollten die Zutaten auf den Verpackungen angegeben werden. Mittelfristig solle der Wechsel der Essensversorger möglich gemacht werden. Die städtischen Einrichtungen seien "mit Handlungsfreiheit und einem selbst verwalteten Budget" so auszustatten, dass eine optimale, individuelle Versorgung möglich werde.




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