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24.06.2008

Blumenhändlerin fühlt sich von Rewe verdrängt

Dass aus der kleinen Ladenzeile an der Straße In der Römerstadt eine „Rewe-Zeile“ geworden ist, damit hatte sich Heidi Brevard (50) schon fast abgefunden. Doch nun rückt ihr der Supermarkt doch zu nahe: „Wenn die meinen Laden haben wollen, dann sollen sie was sagen, aber nicht so auf die Art“, schimpft die Inhaberin von Heidi’s Blumenlädchen.

Denn seit Rewe seine Filiale umgebaut und seinen Getränkemarkt vergrößert hat, sieht Letzterer eher wie ein Gartenmarkt aus. Rewe bietet eine beachtliche Auswahl an Schnittblumen und dazu Topfpflanzen für Balkon und Garten, beispielsweise Rosen, Hortensien und Funkien an.

„Die hatten schon immer im Supermarkt Blumen und nun auch noch im Getränkemarkt. Ich frage mich, was die reitet“, so Heidi Brevard, die den Laden vor acht Jahren übernommen hat. Seit 23 Jahren werden an dieser Stelle Blumen verkauft. „Für die Zukunft sehe ich schwarz.“

Seit der Gemüseladen und der Bäcker nebenan geschlossen haben, fehle ihr die Laufkundschaft. „Nur noch die Stammkunden kommen, und dann habe ich Fleurop-Aufträge.“ 900 Euro Miete seien davon nur schwer zu verdienen. Auch um die bisher besten Tage fürs Geschäft – Weihnachten, Muttertag, Valentinstag und Ähnliches – fürchtet die Geschäftsfrau, weil alle nun nebenan im Vorbeigehen zu den Sträußen greifen.

Den Verdacht, dass ihr großer Nachbar am liebsten auch sie aus der Ladenzeile haben möchte, wurde bei Heidi Brevard auch wach, weil die Bauarbeiten so chaotisch abgelaufen waren: „Die haben hier wirklich gehaust und dann sogar gemeint, sonntags arbeiten zu müssen. Aber da haben die Nachbarn die Polizei gerufen.“ Das Wasser hätten die Männer immer aus ihrem Geschäft geholt, der Weg bis zum Rewe sei ihnen wohl zu weit gewesen. „Aber als ich die Bauarbeiter gebeten habe, mir die fast neue Markise vom Obstgeschäft über meinen Laden zu montieren, haben sie sie lieber weggeworfen.“ Die vier Wochen Bauzeit seien eine Katastrophe gewesen und unerhört laut. „Es wäre nur anständig gewesen, dass einer von Rewe vorbeikommt und Bescheid sagt, dass es lauter werden könnte. Aber da kam nix.“

Dennoch sagt der große Nachbar, dass er nichts gegen die kleine Blumenhändlerin habe. Das neue Sortiment sei unabhängig von der Nachbarschaft zusammengestellt worden, versichert Rewe-Sprecherin Anja Krauskopf. „Diese Filiale wurde nach dem Umbau auf unser neues Konzept umgestellt. Dazu gehört die größere Blumenabteilung.“ Auch in anderen Niederlassungen in der Stadt habe Rewe sein Blumensortiment vergrößert. „Wir wollen ja auch eine gewisse Einheitlichkeit haben. In einem Filialsystem ist es schwer, irgendwelche Kompromisse zu machen“, erklärt die Sprecherin. (sim/ing)




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