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27.10.2008

So kommen Kinder sicher durchs Dunkel zum Unterricht

Nicht nur der zwölfjährige Laszlo war aus dem Häuschen, als er das Polizei-Motorrad erblickte. Viele Kinder nutzten im Nordwestzentrum die Gelegenheit, um auf dem Zweirad Platz zu nehmen und sich von den Eltern fotografieren zu lassen.

Das war jedoch nur einer der Höhepunkte der Aktion «Sichtbarkeit und Erkennbarkeit im Straßenverkehr» der Frankfurter Polizei. Erstmalig gab es im Einkaufszentrum Informationsstände zu sehen, an denen die Beamten Besucher über sinnvolle Kleidung, Taschen und Schulranzen, aber auch über verkehrssichere Ausstattung von Fahrrädern, während der kalten Jahreszeit, aufklärten.

«Besonders im Herbst und Winter ist es wichtig, dass man sich sichtbar kleidet. So können viele Unfälle verhindert werden», sagte Karl Heyer, Vorsitzender der Frankfurter Verkehrswacht. Sicherheitskleidung in Form von Reflektoren, Westen und Stirnbändern gab es für Groß und Klein zum Anschauen. Auch ein entsprechend ausgerüstetes Fahrrad wollte begutachtet werden.

Ein Fahrrad- und Kettcar-Parcour bot Kindern die Möglichkeit, ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Die Folgen von Alkohol am Steuer konnten die Besucher mit Hilfe einer Drogen- und Rauschbrille simulieren. So erlebten sie, wie die Brems- und Reaktionsfähigkeit unter Alkoholeinfluss schwindet.

Das Ergebnis des Tests verschlug so manchem die Sprache. Dejan Miric gelang es mit der Brille auf der Nase nicht mehr, einen Hütchen-Parcour zu durchlaufen. «Es ist alles so verschwommen. Das haut mich um», gestand der 14-Jährige.

Auch Barbara Abraham testete ihr Reaktionsvermögen. «Ich konnte nicht mal mehr einen Ball fangen. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so schlimm ist.»

Die Besucher des Nordwestzentrums suchten das Gespräch mit den Polizisten, 17 an der Zahl standen mit Rat und Tat zur Seite. «Unser Ziel ist es, dass es die Eltern reagieren und ihre Kinder mit gut sichtbarer Kleidung ausstatten», erläuterte der Leiter der Verkehrserziehung des Polizeipräsidiums Guenter Koellner. «Wenn auch nur ein Unfall durch erkennbare Kleidung verhindert wird, dann ist unser Ziel bereits erreicht.»

Gert Hartmann war von der Aktion begeistert. «Es ist wichtig, dass die Leute begreifen, wie wichtig Kleidung im Straßenverkehr ist und wie gefährlich das Auto fahren unter Alkoholeinfluss sein kann.» Am eigenen Körper hat der 40-jährige Familienvater die Gefahr der legalen Droge schon erlebt. «Alkoholisiert bin ich mit meinem Fahrrad von einer Brücke gefallen, daraus habe ich gelernt.»

Herbert Dössler unterzog sich dem Brems- und Reaktionstest. Das Ergebnis erstaunte den Rentner. Er habe eine Reaktionsgeschwindigkeit wie ein 54-Jähriger, klärte der Polizist ihn auf. «Ich bin begeistert, dass ich so fit bin », sagte der 78-Jährige.

Am kommenden Samstag bekommen die Besucher des Einkaufszentrums in der Nordweststadt erneut die Gelegenheit, sich über sichtbare Kleidung aufklären zu lassen. Karl Heyer hofft, dass die Aktion auch im nächsten Jahr fortgesetzt wird. «Nur wenn viele Menschen an ihrer Kleidung im Straßenverkehr etwas ändern, wird es weniger Unfälle geben», gab er sich überzeugt. adt




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