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30.01.2009

Verkehrsplaner können nicht rechnen

«Die jüngste Auskunft vom Magistrat ist sehr ärgerlich. Sie zeigt deutlich, dass das Projekt bewusst verzögert wird», schimpfte Jürgen Sasse, Chef der SPD-Fraktion, jüngst in der Sitzung des Ortsbeirates 7 (Rödelheim, Hausen, Westhausen, Praunheim. Industriehof).

Während das Stadtteilparlament schon für Ende 2008 konkrete Zahlen erwartet hatte, habe die Stadt die notwendige Modellrechnung für die Verkehrsströme in und um Praunheim noch nicht einmal in Auftrag gegeben. Erst zum Ende des Jahres 2009 werde man diese Zahlen für die weitere Planung der Umgehungsstraße für Praunheim vorlegen können, hatte der Magistrat die Stadtteilpolitiker wissen lassen. Denen ist das viel zu spät, denn ohne die Berechnungen wird keiner in die konkrete Bauplanung gehen. Nicht nur die SPD-Fraktion vermutet eine Verzögerungstaktik des Verkehrsdezernats. Dort habe man eben kein Interesse am Bau der neuen Straße, auch wenn ihn die Stadtverordneten beschlossen hätten.

Dieser Einschätzung widerspricht Axel Fleischer, Leiter des Referats für Verkehrs- und Mobilitätsplanung, vehement. Dass die Modellrechnung noch nicht vorliege, sei nicht mal Schuld der Stadt. «Die Rechnung, mit der ermittelt werden soll, welche Verkehrsströme die Straße bei welcher Anbindung aufnimmt, beruht auf zwei Datenquellen», erklärt Fleischer. Zum einen fließen die Ergebnisse der Verkehrsbefragung vom Sommer ein, zum anderen Zahlen aus der «Verkehrsdatenbasis Rhein-Main». Die aber liegt laut Fleischer derzeit gar nicht vor. «Das ist ein hochkomplexes Datenmodell, das gerade in aktueller Version aufgelegt wird. Nicht nur wir warten dringlich.»

Bevor die Verkehrsplaner dann loslegen können und auf Grundlage der Vorstudien ausrechnen können, wie die Straße sinnvollerweise an den Erich-Ollenhauer-Ring angebunden werden kann, müssen sich erst ein wenig üben. «Wir müssen das Programm erst einmal auf unseren Computern zum Laufen bringen und ein paar Tests machen. Dann er kommen die wirklichen Berechnungen», so Fleischer.

Am Ende sollen die Verkehrsplaner mit ihren Zahlen sichtbar machen, welche Entlastungseffekte die Umgehung für Praunheim haben kann. «Ich gehe davon aus, das aufgrund der Modellrechnung es dann noch einmal eine politische Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern der Straße geben wird», schätzt Fleischer.ing




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