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05.08.2010

Das ist der Supermarkt der Zukunft

Kein Jahr ist es her, da eröffnete die Rewe deutschlandweit den ersten Green-Building-Supermarkt in Berlin. Nun soll ein zweiter folgen. In Praunheim, im Gewerbegebiet an der Heerstraße. Das bestätigte gestern ein Unternehmenssprecher.

Die Zeiten sind hart für die Praunheimer, die am westlichen Teil der Heerstraße, in der May- oder der Heinrich-Lübke-Siedlung wohnen. Einen Nahversorger gibt es schon lange nicht mehr, der letzte seiner Art, der Plus-Markt an der Ludwig-Landmann-Straße schloss vor mehr als anderthalb Jahren seine Pforten für immer. Nun werden die Praunheimer für die lange Zeit des Wartens entschädigt. Sie bekommen einen Supermarkt der Extraklasse. Rewe plant, im Gewerbegebiet nördlich der Heerstraße ein sogenanntes Green Building. Also ein Gebäude, dessen Ressourceneffizienz bei Energie, Wasser und Material erhöht ist, während gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt reduziert sind. Es wird der zweite Supermarkt dieser Art deutschlandweit sein.

Kühlen, beleuchten, heizen – das sind die drei größten Positionen der Energiebilanz eines Supermarktes. Mit Hilfe intelligenter Verfahren und Technologien lassen sich deutliche Einsparungen erzielen. Diese Verfahren wurden gebündelt eingesetzt in dem Green-Building-Pilot-Markt, den Rewe im November 2009 in Berlin-Rudow eröffnet hat. Dieser Pilot-Markt ist CO2-neutral. Das bedeutet, dass Heizungs-, Lüftungs-, Beleuchtungs-, Klima- und Kälteanlagen die Umwelt nicht mit Kohlendioxid-Emissionen belasten. Die Abwärme der Kälteanlagen wird über einen Pufferspeicher für die Raumheizung zurückgewonnen. Genau das ist auch für Praunheim geplant. Nach Angabe eines Rewe-Sprechers ist die Eröffnung, wenn alles gut läuft, für Herbst 2012 geplant.

Die Nachhaltigkeit beginnt beim Bauen. Symbolträger ist Holz, klar, dass es in Berlin zum Einsatz kam – und auch an der Heerstraße kommt. Die Tageslichtarchitektur – ein 280 Meter langes Fensterband umarmt das Gebäude – wird mit energiesparenden Bautechniken, effizienter Dämmung, nachhaltigen Materialien und regenerativen Energien kombiniert. Solarstrom, Regenwasser und Co. – es sind es viele Details, die den Berliner Rewe «grün» machen (siehe rechts). Als weltweit ersten Supermarkt zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen den Berliner Markt übrigens mit dem Zertifikat in Gold aus. Nun weitet die Rewe Group ihr Pilotprojekt aus.

Doch die Supermarkt-Kette ist nur ein Baustein des Gewerbegebiets. Ins Gewerbegebiet nördlich der Heerstraße zieht nicht nur Rewe, auch die Praunheimer Werkstätten bauen dort neu, der Umzug ist für Mitte/Ende 2012 vorgesehen (wir berichteten), und der Mess- und Regeltechnikhersteller ABB plant Neu- und Erweiterungsbauten auf seinem Grundstück. Außerdem soll das Wohngebiet erweitert werden. Auch die Erschließung ist mittlerweile klar. Der Ortsbeirat hatte vehement gefordert, dass das Gebiet über die verlängerte Ludwig-Landmann-Straße und eine Stichstraße frühzeitig erschlossen wird. Zwar war ursprünglich geplant, zunächst den Knotenpunkt Heerstraße/Steinbacher Hohl/Sandplackenstraße in einen Kreisel umzubauen, erst danach die Erschließung des Gewerbegebiets zu bauen. Doch damit verlören die Investoren Zeit. Die logische Konsequenz: Die Erschließung ist das erste, was fürs Gewerbegebiet gebaut wird – unabhängig vom Heerstraßenausbau. Unklar ist indes, was mit der Rewe-Filiale an der Ecke Heerstraße/Oberhöchstädter Weg geschieht. Entweder wird sie geschlossen – oder in Nahkauf, der ebenfalls zur Rewe-Gruppe gehört, oder ähnliches umgewandelt.




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