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13.10.2010

Ärger über das tägliche Park-Chaos

Rund ums Nordwestzentrum bleibt’s eng. Die Beliebtheit des Nordwestzentrums als Einkaufsparadies macht den Anwohnern der angrenzenden Straßenzüge zu schaffen. Diese beklagen sich seit Jahren, dass Kunden und Angestellte ihr Auto oft auf der Straße anstatt im kostenpflichtigen Parkhaus des Einkaufszentrums abstellen.

Vollgestellte Wendehammer, zugeparkte Einfahrten, an der Straße abgestellte Autos: Lothar Meier wohnt in der Bernadottestraße 45 und somit in unmittelbarer Nähe des Nordwestzentrums (NWZ) und ist genervt. „Wenn ich vor die Haustür trete, muss ich jeden Tag feststellen, dass die Parkplätze in der Gegend von auswärtigen Dauerparkern belegt sind, die größtenteils im NWZ arbeiten. Dies führt dazu, dass viele Bewohner nach Feierabend auf der Suche nach einem Parkplatz im Viertel herumkurven müssen“, beschwert sich der Anwohner, der seinen Unmut bereits im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) äußerte. Doch dieser habe einen entsprechenden Antrag der Freien Wähler abgelehnt.

Dauerthema im Stadtteil

Dabei weiß Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU) um die komplizierte Gemengelage rund um das Einkaufszentrum. „Die Geschichte begleitet mich schon seit 2002, als ich Ortsvorsteher wurde“, sagt Nattrodt. Und schon damals sei sie nicht neu gewesen. Obgleich das Problem bekannt sei, lasse es sich aber nicht so leicht abstellen. Denn die Ausweisung von Anwohnerparkplätzen ist nach Recherchen Nattrodts keine Option: „Der Parkausweis würde jeden Anwohner 100 Euro kosten. Dabei würde den Anwohnern aber nur 50 Prozent der Parkfläche zustehen.“ Zudem habe die Stadt wiederholt argumentiert, dass bestehende Tiefgaragenplätze in der Umgebung nur mangelhaft ausgelastet seien. So seien die Garagen zum Teil nur zu 30 Prozent belegt – ein Stellplatz kostet pro Monat mehr als 50 Euro.

Der sowohl von Klaus Nattrodt als auch von Lothar Meier bevorzugte Lösungsansatz, den Angestellten der im Nordwestzentrum befindlichen Geschäfte kostenlose Parkplätze in der hauseigenen Tiefgarage zuzubilligen, scheitert dem Ortsvorsteher zufolge am Unwillen der Ladenbetreiber. „Der Vorschlag kostenfreier Parkplätze ist mehrfach gemacht worden. Die Ladenmieter wollen dies aber nicht, da sie hierfür zahlen müssten“, sagt Nattrodt. 72 Euro koste die Monatsmiete. Zudem macht der Ortsvorsteher geltend, dass nicht nur Angestellte des NWZ, sondern auch dessen Kunden ihren Teil zum Parkplatzengpass rund um das Einkaufszentrum beitragen. Gerade am Wochenende sei festzustellen, dass die Kunden auf die nahe gelegene Ernst-Kahn-Straße, die Bernadottestraße, die Roßkopfstraße – ja, bis zur Straße Im Weimel ausweichen, anstatt für 90 Minuten im NWZ-Parkhaus einen Euro zu bezahlen.

Kurzer Dienstweg

Die städtische Parkhaus-Betriebsgesellschaft hatte schon in der Vergangenheit mehrfach betont, dass eine Preissenkung nicht möglich sei. Zum einen, so Leiter Hans-Peter Ruppert, sei die Monatsmiete im NWZ-Parkhaus mit 72 Euro bereits sehr niedrig, zum anderen solle nicht mit niedrigen Parkgebühren dafür geworben werden, dass mehr Angestellte mit dem Auto kommen. Klaus Nattrodt hatte der Stadt auf dem kleinen Dienstweg einen Vorschlag gemacht, der allerdings auf wenig Gegenliebe innerhalb der Verwaltung gestoßen war: die Ausweisung einer Anwohnerzone nach Münchner Vorbild: die Ausweisung einer Anwohnerzone mit Parkscheinautomaten für Nicht-Anwohner. Allerdings sei Nattrodt mitgeteilt worden, dass dies nicht dem Frankfurter System entspreche.

Andere Lösungsansätze wiederum bedingten regelmäßige Parkplatzkontrollen und brächten auch das Risiko von Knöllchen für Anwohner mit sich. Nattrodts Fazit lautet daher: „Das Anmieten eines Tiefgaragenplatzes ist bitter und teuer – aber mittelfristig die einzige Lösung.“ Lothar Meier will sich indes nicht geschlagen geben und hat deshalb die Freien Wähler um Aufnahme entsprechender Gespräche im Verkehrsausschuss des Magistrats gebeten. Nordmov




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